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Fr 12.01.2007
Fler Interview
 
Im Rahmen seiner Trendsetter-Tour schaute der Rüpelrapper Fler in unserer behüteten Stadt vorbei. Wir nahmen dies als Anlass, mit ihm über sein neustes Album zu sprechen und ihm ein paar Fragen über seine aktuelle Lage und seine Zukunft zu stellen
 
Localnights.de: Hallo Fler, Willkommen hier bei uns in Potsdam.
Du bist unterwegs auf deiner Tour für Dein neustes Album mit dem Namen Trendsetter.

Warum gerade Trendsetter, bist Du einer?


Fler: Na selbstverständlich!

Localnights.de: In wie fern denn?

Fler: Es ging mir nicht nur darum, dass ich die coolsten Klamotten, die neusten Ketten und die neusten Uhren hatte. Genauer ging es darum, dass ich kurz vor dem Album beziehungsweise nach dem Album Neue Deutsche Welle viel Streit mit anderen Rappern hatte - auch mit Bushido, mit dem ich ja meine Karriere begonnen habe.

Als dann der Beef immer größer wurde, wollte ich dann in den Medien klar stellen, wer eigentlich der kreative Teil ist, der Trendsetter halt.

Und es ist dann echt eine Dreistigkeit, dass ein Typ, dem ich soviel gegeben hab, mich in der Öffentlichkeit disst und heute noch bei seinem fünften Album die Begriffe benutzt, die ich ihm damals beigebracht habe. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich mir gesagt habe, ich bin hier der Trendsetter.

Localnights.de: Wie hat sich denn Deine Musik im Vergleich zum vorangegangenen Album, was ja sehr radikal war, verändert?

Fler: Musikalisch gesehen hat sich nicht soviel verändert. Es ist immer noch mein Style. Ich rap immer noch und so.

…und wie ist Dein Style?

Fler: Naja, ich brauch mir da nicht groß was ausdenken wie mein Style ist, ich bin halt Rapper. Ich gebe mir halt Mühe und versuche es immer wieder mich zu steigern. Natürlich gibt es zwischen dem ersten und dem zweiten Album immer eine Steigerung, wenn man Ahnung hat, dann peilt man das.

Localnights.de: Gab es für dieses Album eine besondere Inspiration? Bestimmte Vorbilder?

Fler: Die Inspiration lag darin, dass ich mich ein bisschen selber in den Mittelpunkt stellen wollte. So richtig inspiriert bin ich wirklich von allen Rappern.

Jeder Rapper schafft es einmal in seiner Karriere sich zu präsentieren und jeder sagt, der Typ alleine ist schon cool. Egal ob er jetzt über Neue Deutsche Welle oder Geld rapt. Für mich war Rap einfach die Inspiration.

Localnights.de: Kann man also schon sagen, dass Du stolz auf das Album bist?

Ja klar. Von der Musik, von den Tracks und von den Features bin ich schon stolz. Wenn es um Verkaufszahlen geht ist natürlich Neue Deutsche Welle an erster Stelle bei mir.

Localnights.de: Bist Du dann auch stolz auf die Leute die das Album hören?

Fler: Ja ganz besonders, denn bei Neue Deutsche Welle haben ja viele das Album nur gekauft wegen dem Skandal. Bei Trendsetter hingegen glaube ich daran, dass die Leute die das Album gekauft haben wirklich an Hip Hop glauben.

Localnights.de: Als der mittelgroße Medienhype um Deine angebliche Rechtsradikalität losging war in vielen Gazetten zu lesen, Du seiest nicht radikal sondern einfach nur dumm.

Wie gehst Du mit der sichtbaren Kritik um, die aus allen Ecken seit Deinem Erfolg auf Dich einbricht?


Fler: Das Ding ist, dass, wenn du als so dummer Mensch, wie ich angeblich einer sein soll, so erfolgreiche Musik machst, so viel Geld verdienst und soviel Platten verkaufen kannst, dann muss ja das Land noch dümmer sein.

Leute, die keine Ahnung von Hip Hop haben, hören sich die Tracks an und kriegen viel in den falschen Hals. Da frag ich mich wirklich, wer denn hier der Nazi ist?

Viele von den Leuten haben sich den Song gar nicht richtig angehört. Das war ja ein Song gegen Deutschland. Wenn ich mich da hin stelle und sage, ich bin der erste coole Deutsche, dann frag ich mich nochmal, was ist daran rechtsradikal?

Localnights.de: In einem Spiegel-Artikel über Deinen Aggro-Kollegen Sido ist zu lesen, dass er jetzt zwischen zwei Welten steht.

Auf der einen Seite kann er nicht mehr zurück ins Ghetto, weil die Möglichkeit besteht, er könnte Aufgrund seines Geldes abgezockt werden. Auf der anderen Seite kann er aber nicht in seine neue Gegend, weil er da nur verächtlich angeguckt wird.

Ergeht es Dir ähnlich?


Fler: Ja, definitiv. Ich habe ja jetzt gute 6 Jahre in Schöneberg, Innsbrucker Platz, gewohnt. Dann kam der Erfolg und ich bin in den Osten von Berlin gezogen.

Wenn du in einer Gegend wie Schöneberg wohnst, merkst du dann, dass die Leute langsam neidisch auf dich werden. Jeder will irgendein Stück von dir.

Dann musst du dich entscheiden, ob du dich mit der Scheiße jeden Tag beschäftigen willst und somit die Gefahr eingehst, dass du deine Musik vernachlässigst.

Doch jetzt, im Osten von Berlin, ist es auch nicht das Wahre. Die Leute sind mir irgendwie zu alternativ, alles ist so multikulturell. Irgendwie sind die richtig arrogant, die sagen dir nicht mal im Hausflur Hallo.

Localnights.de: Ich stecke jetzt leider nicht ganz so tief im Business wie du, aber was meinst Du als Experte, wie lange wird es euren Aggro-Rap noch geben? Denn man muss schon zugeben, dass es eine Trenderscheinung ist.

Fler: Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, das Rap bald vorbei ist. Heute erleben wir nur den Urstein. Viele denken, wir sind mit 50 Cent auf einem Level. Dabei ist Deutschrap gerade da, wo NWA früher war oder Run DMC. Es fängt gerade erst an.

Wir haben das erste Mal den Deutschen gezeigt, was richtige Rap Musik ist. Als ich mir gestern in Ulm im Hotel die Best of Bravo-Super-Show angeguckt habe, waren da Fanta 4. Das ist zwar echt gutes Entertainment, die haben sich Mühe gegeben und sind auch gut abgegangen auf der Bühne, aber es war noch kein Hip Hop. Es war einfach mal Hampelmann-Musik. Irgendwie war es einfach Pop.

Wir sind so die Ersten, die richtig rappen und deswegen glaube ich, dass es wirklich erst der Grundstein ist.

Localnights.de: Als letzte Frage interessiert mich noch Deine Zukunft. Wie sieht sie aus, ich denke mal mit dem Rap wird es ja nicht ewig weitergehen, oder?

Was willst du machen, wenn du 50 bist? Wo siehst du dich? Und jetzt erzähl mir bitte nicht, dass du dann als Produzent im Studio sein wirst, denn das wäre ja hier die Standardantwort.


Fler: Ich glaube daran, wenn man gute Musik macht, spielt es für die Leute keine Rolle, ob man nun rapt oder Rockmusik macht.

Man muss sich dann mit der Zeit irgendwie abheben von den anderen Leuten mit seiner Musik.

…also bleibst Du beim Musik machen?

Fler: Ich denke mal, ich mach noch weiter. Mein nächstes Album ist gerade in Planung und soll natürlich noch erfolgreicher als mein Zweites werden. An das erste Album anknüpfend, auch vom Musikstil her, möchte ich dann wieder in die Richtung von Neue Deutsche Welle gehen.




Das Interview führte Michael Reinhardt am 04.01.2007
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aui

Di 23.01.2007
01:43 Uhr
Rüpelrapper :D haha :D

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